Geschmortes Kaninchen ist ein klassisches Gericht der belgischen Küche, häufig auch in Kombination mit einer Bier-Sauce. Für den besonderen geschmacklichen Twist werde ich kein süßes, malziges Bier verwenden sondern das Orval mit seinen komplexen Aromen. Das Orval gibt den Kaninchenfleisch und der Sauce noch einmal mehr Tiefe. Wer es fruchtiger, leichter mag kann auch ein Lambic Bier verwenden, wer es eher etwas schwerer und süßer mag sollte zu einem dunklen, malzigeren Bier oder einem süßeren Blonde oder Triple greifen.

Das Orval

Bevor wir uns dem Rezept für das geschmorte Kaninchen zuwenden, werfen wir einen genaueren Blick auf das Orval. Orval ist eines der bekanntesten Trappistenbiere Belgiens und wird unter Aufsicht der Mönche der Abtei Orval gebraut. Dieses außergewöhnliche Bier zeichnet sich durch seine fruchtigen und würzigen Noten aus, die von einer subtilen Bitterkeit begleitet werden und natürlich durch die zweite Gärung mit Brett-Hefe, die dem Bier einen komplexen und sich entwickelnden Geschmack verleiht. Deshalb werden Orval Biere gerne gelagert um ihre Geschmacksveränderungen über die Zeit zu beobachten. Für dieses Rezept habe ich ein junges Orval genommen, das ich erst vor kurzem in Belgien im Supermarkt gekauft hatte.

Zutaten (6 Personen)

  • 1 ganzes Kaninchen (oder Kaninchenteile)
  • 100 ml Bieressig (Stiegl Gut Wildshut)
  • 100 ml Wasser
  • 500 ml Orval (alternativ im Originalrezept: Bockbier oder Altbier)
  • 2 mittelgroße Zwiebeln (oder 1 große)
  • 100 g geräucherter Bauchspeck
  • 8 Backpflaumen
  • 1 EL gehacktes kräftiges Bauernbrot
  • 1 Bund Petersilie
  • 2 Zweige Thymian (oder 2 TL getrocknet)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 8 Wacholderbeeren
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Das Kaninchen gründlich waschen und in Stücke zerteilen oder bereits vorgeschnittene Kaninchenteile verwenden.

  2. Eine Marinade aus 100 ml Wasser, 100 ml Essig und 500 ml Orval Bier vorbereiten. Die Kaninchenteile in der Marinade für mindestens 12 Stunden einlegen, sodass sie gut bedeckt sind. Ich persönlich mariniere gerne unter Vakuum, das intensiviert die Aromen und geht etwas schneller weil das Fleisch die Marinade durch das Vakuum besser aufnimmt bzw. aufsaugt.

  3. Am nächsten Tag die marinierten Kaninchenteile aus der Marinade nehmen und trockentupfen.

  4. In einem Schmortopf den gewürfelten Bauchspeck anbraten. Nach etwa 5 Minuten die Kaninchenteile dazugeben und für ca. 5 Minuten anbraten. Dann die gewürfelten Zwiebeln hinzufügen und die Hitze reduzieren.

  5. Sobald die Zwiebeln glasig sind, die kleingehackte Petersilie, die Thymianzweige, das Lorbeerblatt, die Backpflaumen und die Wacholderbeeren sowie 1 TL Salz hinzufügen. Etwa 250 ml (1 Tasse) der Marinade dazugießen. Die genaue Menge ist flexibel und kann nach Belieben angepasst werden. Den Topf abdecken.

  6. Alles für etwa 45 Minuten köcheln lassen, bei Bedarf Marinade nachgießen.

  7. Wenn das Kaninchen zart und gar ist, die Stücke aus dem Topf nehmen und die Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das kleingehackte Brot hinzufügen und gründlich verrühren, bis die Soße eindickt.

  8. Die Kaninchenteile zurück in die Soße geben und weitere 10 Minuten leicht köcheln lassen.

Servieren und Genießen

Zum Gericht esse ich gerne 1-2 Scheiben von dem Bauernbrot das schon seinen Weg in die Sauce gefunden hat. Auf “Oma kocht” wurde aber auch ein Kürbisrezept empfohlen, das ich direkt mit ausprobiert habe und das ebenfalls super passt und durch den süßen Kürbis noch der säurlichen Sauce noche einen spannenden Kontrast entgegenstellt!

Der Kürbis bietet mit seiner Süße einen schönen Kontrast, aber die Sauce ist auch einfach mit Brot super lecker!

Der Kürbis bietet mit seiner Süße einen schönen Kontrast, aber die Sauce ist auch einfach mit Brot super lecker! (Quelle: Hopfenfreuden.de)


Die fruchtigen und würzigen Aromen des Orval harmonieren perfekt mit der zarten Textur des Kaninchenfleischs und verleihen dem Gericht eine einzigartige Tiefe. Die Sauce ist wirklich unfassbar lecker, alleine die Sauce in Kombination mit einen Stück Brot ist es wert dieses Rezept nachzukochen.

Dieses Gericht ist nicht nur ideal für besondere Anlässe, sondern auch für ein einfaches Essen, bei dem du einfach nur ein Orval in Kombination mit einem schmackhaften Essen geniessen willst. Die Säure des Bieressigs und die komplexe Aromatik des Orval machen dieses Pairing wirklich spannend und vor allem sehr lecker.

Quelle des Rezeptes

Das Rezept basiert auf dem Rezept von Oma kocht, die Idee mit dem Orval stammt von Bergers belgisches Bier Blog

Bildquelle

iStock: juefraphoto